Bedeutung der Kapitalkosten

Die Kapitalkosten bringen die Bürger um den Ertrag ihrer Arbeit.

Von Norbert Schneider

Leider stellen sich noch viele Genossinnen und Genossen vor, dass die Ausbeutung so funktioniert wie sie Marx mit der Mehrwerttheorie beschrieben hat. Versuchen wir dies mit Zahlen zu wiederlegen. Während die Umsatzrendite der allermeisten Betriebe in den NBL um 0,2% hoch ist, bewegt sich die Höhe der Einkommen aus Geldkapitalgeschäften zwischen 5 - 7%. Während der Unternehmer ein unternehmerisches Risiko trägt, haben die Kapitalbezieher praktisch kein Risiko zu tragen. Mit der sehr unterschiedlichen Renditenhöhe müsste klar sein, dass das Problem der Ausbeutung in den Kapitalkosten zu suchen ist.

Der Unternehmer muss mit den Beschäftigten, den Kapitaldienst erwirtschaften. Sollte er mit seinen Raten in Rückstand geraten, ist er seine Firma los. Geldkapital kommt vor Sachkapital. Jeder Firmengründer benötigt Grundkapital um die Anfangsinvestitionen tätigen zu können. Dies geschieht meistens über eine Kreditaufnahme.

Es ist für die politische Diskussion zwingend notwendig nach Einkommen aus Unternehmenstätigkeiten und Einkommen aus Geldkapitalgeschäften zu unterscheiden, denn nur dadurch können die wahren Ausbeutermethoden sichtbar werden.

Wenn keine Unterscheidung getroffen wird, besteht auch keine Möglichkeit um über Alternativen nach zu denken.

Schon vor Jahren sprachen große überregionale Zeitungen davon, das Siemens u.a. Großkonzerne nur noch Geldinstitute mit angeschlossener Werkstatt sind, denn die Gewinne werden hauptsächlich durch Geldgeschäfte erzielt.

Während unser Grundgesetz das Eigentum ausdrücklich vor Willkür schütz, findet sich im Grundgesetz kein Paragraph bzw. Artikel welcher Kapitaleinkommen schützt.

Unsere Arbeitswelt ist mit mehr als 6,5 Billionen EURO verschuldet. Alle arbeitenden Menschen zahlen dafür jährlich 800 Milliarden EURO Zinsen und Mieten, an wenige Mitbürger, die dafür nicht arbeiten müssen. Das sind mehr als alle Steuern noch einmal. Jeder Arbeitnehmer muss dafür rein rechnerisch täglich drei Stunden seiner Arbeitszeit aufwenden. Jeder Haushalt zahlt rein rechnerisch jährlich auch ohne Schulden 15.000 EURO Zinsen über die Endverbraucherpreise. Auf Einnahmen aus Geldgeschäften entfallen weder Anteile zur Renten- und Krankenversicherung, noch für Altenpflege oder Arbeitslosigkeit.

Alle Sozialversicherungen werden von der Lohnsumme bezahlt, Kapitaleinkünfte sind ausgenommen – kommen aber aus Arbeit in unseren Land.

Oder haben Sie schon einmal gesehen, wie Geld arbeitet?

So funktioniert heute die Ausbeutung, still, leise, diskret und sehr effizient.